Weihnachten 2016 oder das Jahr kann dann weg

Das Gesichterbuch hat ja die Angewohnheit, "Erinnerungen" anzuzeigen, und so zeigte es mir gestern meinen Blogpost vom Weihnachtstag 2015.

*Schluck*
Dieses Jahr wünsche ich mir lieber nichts für das kommende. Sehr selten sind meine Hoffnungen und Sehnsüchte so massiv vor die Wand gelaufen, wie 2016. Kein Stück mehr Frieden ist auf Erden, ein Irrer wird Präsident des mächstigsten Landes der Welt, in Syrien leiden die Menschen im sechsten Jahr unter einem Bürgerkrieg, der offenbar einfach nicht zu befrieden ist und die Welt guckt nach meinem Eindruck einfach zu. Wenn ich manchmal im Netz lese, in welchem Ton wildfremde Menschen andere angreifen, weil die vielleicht eine andere Meinung haben, als sie selbst (und wir reden hier von harmlosen Dingen, wie der Frage nach Nähtechniken oder wie ein Kind bei welchem Wetter gekleidet sein sollte), dann werde ich müde. Müde von so viel Hass und Verachtung, Intoleranz und fehlender Bereitschaft, andere Wege und Haltungen als die eigene gelten zu lassen. Ich klappe dann den Rechner zu und mache Pause von der ganzen Welt, zieh mich zurück in meine eigene Blase und halte es da schon kaum aus, wenn die Kinder zanken. Kein gutes Jahr. Habe ich letztes Jahr darüber gejammert, so viel Zeit an lange Phasen der Depression zu verlieren, war diese 2016 durchgängig zu Gast in Schattierungen von tiefschwarz bis anthrazitgrau, aber nie heller. Die medikamentöse Einstellung der Depression dauert mir deutlich zu lange und meine Familie tut mir leid, ich gucke die Bande nebst Gatten häufig an und denke, sie wären ohne mich echt besser dran. 
Hier nicht im Bild: die Mini. Rückreise aus SPO Anfang August, mit Zwischenstopp in Hamburg am Flughafen, um die bayerische Delegation zu verabschieden. Das war einer der Lichtblicke 2016, die Woche am Meer. Aber nichtmal da wollte der graue Schleier wirklich verschwinden.

*
 Sowas hartnäckiges habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt, und ich bin einfach erschöpft bis auf die Knochen, dünnhäutig, häufig mutlos und sehr schnell verzweifelt, wenn ich Zeitung lese oder Nachrichten gucke. Was ist das für eine Welt, in der unsere Kinder groß werden, und wie soll ich ihnen Rüstzeug mitgeben, darin zu bestehen, warmherzig und mitfühlend zu sein, hilfsbereit und optimistisch, wenn ich selber einfach nichts davon mehr habe. 

 Ich hoffe, es geht mir bald ein bißchen wie dieser Sonnenblume, die ich im September von einer Kindergartenmama zum Geburtstag bekam. Es war ein warmer Tag, die Blume sah eigentlich aus wie ein Fall für die Biotonne oder das Pflanzenpressbuch, als wir vom Spielplatz nach Hause kamen. Sie hat sich erstaunlicherweise total gut erholt und stand dann noch eine gute Woche auf dem Tisch, strahlend schön. Mir würde "erholt" als Zustandbeschreibung meiner selbst durchaus genügen.

Dieser Tage habe ich in der aktuellen Nido den Jahresrückblick von Harald Wenzel gelesen, und der Mann hat mir sehr aus der Seele gesprochen, gerade im Hinblick auf die Zukunft. Und so ist momentan mein einziger Herzenswunsch außer Gesundheit für alle, die mir lieb und teuer sind der, dass der schwarze Vorhang in meiner Seele 2017 wenigstens so weit aufgeht, dass ich wieder Mut finde, das vorzuleben, was mir für die Welt, in der unser aller Kinder leben, wichtig ist. Und meinen Kindern Vertrauen in ihre Mitmenschen mitzugeben, und Zutrauen zu ihren eigenen Fähigkeiten. Damit die Welt vielleicht irgendwann doch wieder ein besserer Ort wird. Für alle.




Darum geht es doch eigentlich an Weihnachten, oder?
Wir machen es uns jetzt gemütlich und freuen uns daran, dass wir einander haben. Mit allem, was dazugehört, aller Liebe, allem Streit, allen großen und kleinen Konflikten und Katastrophen, und der Gewißheit, dass wir zusammengehören. Das ist unbezahlbar. 
Macht es euch schön, alle miteinander.
Bis 2017 dann. 

Kommentare

  1. Liebe Paula,
    du sprichst mir aus der Seele! Keine Wünsche, keine Vorsätze...nur Gesundheit...das wünsche ich dir auch!
    Liebe Grüße,
    Lee

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  2. Ohja, ich habe auch kein gutes Gefühl, wenn ich an das vergehende Jahr denke... in mehrlerei Hinsicht... Ich wünsche Dir, Deinen Kindern und überhaupt allen Kindern und Menschen dieser Welt, dass warme Herzlichkeit ganz viel Platz im Herzen findet, und die Welt wieder besser werden kann... in mehrlerei Hinsicht!
    Liebe Grüße

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  3. Liebe Paula! Nie nie niemals nie wäre deine Familie besser dran ohne dich! !!und so wie du darüber sprichs, schreibst...so bietest du dem schwarzen hund die stirn😈...und das ist gut so!!ich drück dich und hoffe für dich persönlich, dass sich schon mal die äußeren Umstände bei euch so bessern, dass nicht auch das schon den doofen Hund stärkt !der Rest. ..das grosse da draußen. .das liegt nur bedingt in unserer Hand. ..aber wenn wir weiter darüber reden,dann bieten wir dem auch die Stirn! Mehr geht manchmal kräftemässig eBen nicht.ganz liebe grüße und auf ein Treffen in 2017!!lg tanja

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