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Es werden Posts vom 2016 angezeigt.

Weihnachten 2016 oder das Jahr kann dann weg

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Das Gesichterbuch hat ja die Angewohnheit, "Erinnerungen" anzuzeigen, und so zeigte es mir gestern meinen Blogpost vom Weihnachtstag 2015.
*Schluck* Dieses Jahr wünsche ich mir lieber nichts für das kommende. Sehr selten sind meine Hoffnungen und Sehnsüchte so massiv vor die Wand gelaufen, wie 2016. Kein Stück mehr Frieden ist auf Erden, ein Irrer wird Präsident des mächstigsten Landes der Welt, in Syrien leiden die Menschen im sechsten Jahr unter einem Bürgerkrieg, der offenbar einfach nicht zu befrieden ist und die Welt guckt nach meinem Eindruck einfach zu. Wenn ich manchmal im Netz lese, in welchem Ton wildfremde Menschen andere angreifen, weil die vielleicht eine andere Meinung haben, als sie selbst (und wir reden hier von harmlosen Dingen, wie der Frage nach Nähtechniken oder wie ein Kind bei welchem Wetter gekleidet sein sollte), dann werde ich müde. Müde von so viel Hass und Verachtung, Intoleranz und fehlender Bereitschaft, andere Wege und Haltungen als die eigene …

Katzenohrenmütze oder Winter, jetzt darfst du kommen

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Achtung, dieser Post enthält Reklame.
Die Erbsenprinzessin begleitet mich schon lange, also, ihre Schnitte. Einer der ersten Kleiderschnitte, an die ich mich getraut habe, war das Kuschelkleid. Dem sind die beiden Damen lange entwachsen, aber als Britta neulich einen Spontanprobenähaufruf für ein Mützenprojekt startete, habe ich mich sehr gefreut, mit dabeiseinzukönnen. Erst recht, weil die Jüngste im Bunde noch keine Wintermütze hatte. Voilá. Die Katzenohrenmütze, hier in maritimer Teddyplüschabwandlung.

Auf diesen Fotos sieht man gut, dass der Schnitt eigentlich für eine Einfassung mit Bündchen gedacht ist. Die sitzt dann auch am Gesicht an, da die Jüngste im Bund aber noch nicht allzuviel herumtobt (sie fängt gerade an zu laufen, ich liebe dieses "betrunkener-Matrose"-Stadium), macht es nichts, dass da ein bißchen Spiel ist.
Der Beweis: dieses Kind kann schlafen. Vielleicht nicht nachts, aber hey, alles kann man nicht haben. Ich könnte sie fressen, sie sieht so niedlich…

Keep your head up

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... weil es gerade so schön passt.



Keep your head up
Die Songzeile "and I tried my best to embrace the darkness in which I swim" trifft es. Auf den Punkt. Ich geh nicht unter. Egal, wie schwer das schwimmen manchmal fällt. 

Viel mehr als Traurigkeit

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... so lautet der Titel der gestrigen 37° Reportage im ZDF. Thema, na klar, Depressionen.  Ich finde den Titel irreführend und ärgerlich, weil Traurigkeit wenigstens ein Gefühl ist. Und die Depression bei mir so oft alle Gefühle einfach abschaltet, glücklich und traurige, einfach alle. Übrig bleibt dann das, was Michael Ende in der unendlichen Geschichte mit dem "nichts" perfekt beschreibt. Und das macht es so wahnsinnig anstrengend. Nach 15 Jahren kann ich für mich sagen, ich kann alle Gefühle irgendwie aushalten. Unerträglich ist dieses nicht-fühlen, nicht-sein, nicht-können. DAS macht den Gedanken, dass die Welt ohne einen selbst darin eine bessere wäre so verlockend, wenn es dunkel wird. 
 Der Ort, an dem ich es auch aushalte, wenn es dunkel ist innendrin. 

Die Reportage selber fand ich so naja geht so. Wie häufig bei diesem Format, wurden zwei Protagonisten eine Weile begleitet: ein Familienvater Ende 40, der erst mit Burn Out fehldiagnostiziert wurde und nach einem Sui…

This is not America

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... läuft beim Radiosender meines Vertrauens dieser Tage wieder öfter. Die Gründe dürften auf der Hand liegen.  Dieser uralte Bowie-Song ist ein Stück Musik, das mir direkt ins Herz fährt, auch nach über dreißig Jahren noch, und den schwarzen Hund sofort weckt. 
Mein Vater hat sehr gerne David Bowie gehört, als ich Kind war. Und die Alben der sehr frühen 80er bringen den Kummer, den ich als Kind hatte, wenn wieder ein Wochenende bei Papa vorbei war, sehr unmittelbar zurück.  Ich stehe also an einem sonnigen, kalten Novembersamstag in der Küche, mache Mittagessen für die drei Kinder, die zuhause sind, und dieses Lied läuft. Mein Herz wird sofort kalt und fühlt sich schwer an. Ich spüre einen Kloß im Hals und einen im Magen und die verdammten Tränen, die immer dann laufen wollen, wenn es so überhaupt gar nicht passt, sitzen mir auch schon wieder im Augenwinkel.  
Warum hat Musik die Macht, so alte Gefühle zu wecken? Wie kann ein Lied aus einer 41jährigen sofort wieder eine 9jährige mac…

RUMS # 45 - mit Wangerooge zum über den Kopf ziehen

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Mein Beitrag zur Wahl in Amerika. Ich guck nicht mehr hin. Wie kann es bloß angehen?
Sind die eigentlich alle wahnsinnig geworden? Wie um alles in der Welt kann irgendjemand diese Figur zum mächigsten Mann der Welt wählen?  
Ich guck wieder hin. Der Mann mit dem Frettchen als Frisur ist immernoch Präsident der USA, hab ich gar nicht geträumt. Schade.  Gut, dann was anderes: mein zweiter neuer Lieblingspulli. Auch wieder ein Schnittreif-Schnitt, ein älteres Modell, zeitlos schön, finde ich. Wangerooge. Ich guck so angestrengt nach unten, weil die Mini (nicht im Bild) an meinem Hosenbein den Zustand der Welt beweint und sehr eindringlich ist in ihrer Darbietung. Sie hat ja recht, es ist und bleibt zum heulen. Ich mag die Länge, den legeren Rollkragen, die Tatsache, das die Ärmel wie üblich bei schnittreif fast von alleine lang genug sind. Und, am fast allerschönsten: die Schulter ist breit genug für mich.

 Blöde Perspektive. Der ist hinten gar nicht kürzer, als vorne und ich habs au…

Eine neue Tasche in Novembergrau - RUMS

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November. Jetzt passt das außen zum innen. In Berlin wird es seit Tagen nicht mehr richtig hell, der Herbst zeigt sich von seiner trübsinnigsten Wetterseite, es ist kalt und nass. Ich träume von raschelnden Blätterhaufen in bunten Herbstfarben, leuchtend in der Spätoktobersonne und Kindern, die Drachen steigen lassen auf dem Berg.  Die Kinder träumen von gruseligen Piratenliedern und Halloweengespenstern. Ich mag das Fest nicht, hab ich schon gesagt? Meine Große mag auch unter Tag nicht mehr allein zuhause sein, die Zweitgeborene braucht seit Montag Geleitschutz ins Bad und der Lieserich versichert uns (und sich!) ständig, "bei Pumuckl und Feuerwehrmann Sam passiert nix, stimmt's, Mama/Papa?" Unser Familienbett platzt aus allen Nähten, weil irgendwann nachts alle angeschlichen kommen, um sich dann wie die Kesselflicker um Platz, Decke, Elternhand oder Kopfkissen zu zanken. Erholsam geht anders. 

Ein Halloweenkürbis. Mit, auch wenn man es hier nicht sehen kann, drei Gesic…

RUMS mal wieder - mit neuem Lieblingspulli und Lichtblick

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Huch, schon wieder ein ganzer Monat weg seit dem letzten Post. Wo ist der denn geblieben? Ich beantrage zwei Stunden mehr pro Tag. Gerne im hellen, aber ich fürchte, das wird die nächsten Monate schwierig.  Die dunkle Jahreszeit hat angefangen, das lässt sich nicht leugnen (in Berlin ist es irgendwie seit Tagen nicht mehr so richtig hell gewesen), und ich brauchte dringend neue Klamotten für selbige.
Die ganzen Still- und Schwangerschaftsshirts haben ihre Dienste wirklich getan, und meine Oberteile von vor den Kindern... sitzen irgendwie größtenteils gar nicht mehr. Nach vier Schwangerschaften hat sich der Körper dann doch ziemlich verändert, und das übriggebliebene Bäuchlein sowie die Kaiserschnittwulst vertragen keine allzueng anliegenden Oberteile *gg* Heute war hier mal wieder Altkleidersammlung, nachdem ich meinen Schrank durchsortiert habe, sind jetzt wirklich hauptsächlich selbstgenähte Oberteile drin. Das macht mich echt froh.

Einen (von mindestens zwei) neuen Herzensschnit…

#notjustsad - Medikamente nach fast neun Jahren

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"Nervenärzte" steht auf dem Schild der Praxis in einem wirklich hübschen Berliner Altbau.  Ich will da nicht reingehen. Ich war seit 2007 bei keinem Nervenarzt mehr, und ja, das hat sich die letzten knapp neun Jahre immer ein bißchen angefühlt wie rausgestreckte Zunge, der Krankheit gegenüber. "Nänänänä-nä, ich bin stärker, a-hals duhu". Gestern fühlt es sich daher an, wie eine Niederlage, als ich mit der ningeligen Mini im Gepäck an den Tresen trete und mich anmelde, irgendwas von "dazwischengeschoben, Familienberatung, Kind kränkelt" rede. Ei-gent-lich gibt es keine freien Termine bei Psychiatern, jedenfalls nicht innerhalb von drei Wochen. Und eigentlich nimmt auch niemand sein Kind dorthin mit, wenn er nicht unbedingt muß. Die Mini ist eh ein Seismograph, was meine Verfassung anbelangt. Und ich setze sie diesem Termin aus, na wunderbar.
"Nervenärzte". Meine Nerven. Augenroll.  Praxis voll, gehen Sie doch noch ein bißchen spazieren, ist ja a…

3 Jahre 3fach-Mama

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Donnerstag, 26.09.2013, 05:58 Uhr.  Der Wecker klingelt. Vor dem Fenster rauscht gleichmäßig der Regen. Eigentlich ein Fall für Snooze und nochmal zu, die Augen.  Tja.  Dummerweise hatte ich Snooze zu dem Zeitpunkt schon etwa dreimal bemüht. Regen hatte schon immer eine beruhigende Wirkung auf mich. Sogar am Tag der geplanten Landung unseres dritten Kindes, die für halb acht angesetzt war. Anreisedauer bei funktionierender S-Bahn-Verbindung etwa 45 Minuten. Plus Fußwege. Und das mir, die ich morgens echt laaaaangsaaaaam bin.  Als mir klarwurde, welcher Tag ist und was heute auf dem Zettel steht, habe ich mich, so schnell das mit 40-Woche-Kulle möglich ist, aus dem Bett und durch den wirklich strömenden Regen zur Bahn gerollt. Um mit nur 15 Minuten Verspätung am Kreißsaal der Charité Mitte zu klingeln. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.
26.09.2013, ungefähr 10:30 Uhr
Unser drittes Kind ist heute drei Jahre alt geworden. Ich kann es nicht fassen, wie schnell das ging. Sei…

#notjustsad

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Im Frühjahr 2001 ist meine Welt total aus den Fugen geraten. Ich hatte einen eigentlich tollen Job, der mir viel Spaß gemacht hat, und war verliebt in den coolsten Typen von allen. Ich war 25 und die Welt meine. Gelegentliche Anflüge von abgrundtiefem Weltschmerz und Angst vor der Zukunft hielt ich für altersentsprechend normal. Meiner hin und wieder auftauchenden inneren Leere, die mir das Gefühl gab, ziemlich haltlos durch das Leben zu stolpern, schenkte ich nicht allzuviel Beachtung, derlei Anwandlungen waren mir schon seit früher Jugend nicht so ganz fremd.
Bis ich einen Fehler im Job gemacht habe, der so dämlich war, ich hätte jede Praktikantin mit einem vermutlich bitterbösen Spruch über die Verteilung des Gehirns bei der Geburt dafür nach Hause geschickt. Ich konnte mir den Fehler nicht verzeihen, wochenlang nicht. Ich habe gegrübelt, warum das passiert ist, nächtelang. Ich war völlig unverhältnismäßig verzweifelt, und es wurde einfach nicht mehr besser. Meine Beziehung lief z…

Just another Tee(shirt) - RUMS # 36/16

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Der Spätsommer gibt alles. Goldene Tage mit flirrendem Nachmittagslicht, leuchtender Himmel, die Welt ist bunt und schön. Außen wenigstens, und die Diskrepanz zwischen diesem Außen und meinem Innen halte ich manchmal kaum aus. Es retten mich die Bande und der Alltag, beide sorgen dafür, dass ich einfach weitermache, weil es anders nicht geht.  Und ich habe, kaum zu glauben, in diesen letzten Sommertagen doch noch den einen T-Shirt Schnitt gefunden, der mir ohne wenn und aber taugt. Der mein breites Kreuz (auch hier: Diskrepanz zwischen außen und innen) nicht noch breiter aussehen lässt, einen schönen Ausschnitt hat, gut fällt und weder zu eng, noch zu weit ist. 
 Just another tee von Schneidermeistern ist es (Danke, Sandra, für den Tipp ♥), hier aus einem lang und innig gestreichelten Retromusterstoff, den ich mal bei Kekero gekauft habe, als der Lieserich ich glaube ein gutes Vierteljahr alt war. Bei Tanja war das, und draußen lag Schnee. 
 Ich brauch glaub ich mal wieder ein Sandka…